JULFEST - WEIHNACHTEN ODER AUCH WINTERSONNWENDE

Julfest - Geburt der Sonne   



Julfest am 21. Dezember ist eines der 4 Mondfeste:

Am 21. Dezember ist der kürzeste Tag des Jahres, gefolgt von der längsten Nacht. Es ist Wintersonnenwende und das Julfest wird gefeiert. Für unsere Vorfahren war das Wintersonnwendfest wahrscheinlich das wichtigste Fest im Jahr.
Es galt als Geburtsfest der Sonne, welches auch durch das Rad symbolisiert wurde. Für unsere Ahnen dürfte es jährlich fraglich gewesen sein, ob nach dem Winter der Frühling wiederkehrt und so die Natur wieder mit neuem Leben füllen wird.

Ursprünglich fiel die Wintersonnenwende auf den 25. Dezember – erst mit Hilfe des Christentums wurde aus dem Fest der „Geburtstag der Sonne“ das Geburtstagsfest des Christkind(l)s. So wurde das Julfest im Zuge der Christianisierung durch unser heutiges Weihnachtsfest abgelöst. An die ursprüngliche Bedeutung dieses "Lichterfests" werden wir heute noch durch die Kerzen am Adventkranz und am Weihnachtsbaum erinnert. Eine wunderschöne Symbolik.

Es handelt sich bei der Zeit “zwischen den Jahren” um die Zeit des Neubeginns: Die Rückkehr des Lebens infolge der Rückkehr der Sonne. Die Zeit des Lichts nähert sich nun wieder nach den langen Nächten und den dunklen Tagen.



Der Wunsch nach dem Neubeginn wird durch den Tannenbaum, möglicherweise das Symbol für die Weltenesche, und dem der Brauch grüne Kränze aus Buchsbaum und Tannenzweigen kundgetan. Auch diese „heidnischen“ Bräuche leben noch heute – lediglich in christianisierter Form.

Die Zeit des Jahreskreisfestes Jul dauert bis zum 6. Januar – insgesamt zwölf Nächte lang -  die so genannten
Rauhnächte. Es ist noch heute Brauch die Hauser und Ställe mit Rauch zu reinigen, also auszuräuchern. Ein alter Brauch in den Julnächten ist das Verbrennen des Julscheites. Dabei wird am Jultag ein Holzstück in den Kamin verbrannt, welches noch in den 12 Rauhnächten glühen sollte. Im Frühjahr wird dann diese Asche auf die Felder ausgebracht, wodurch man sich eine gute Ernte erhofft.

Nach Überlieferung alter Geschichten sind in diesen zwölf Nächten seltsame Gestalten, wie zB die berühmte Frau Perchta, unterwegs. Sie kommt in diesen Nächten um sich ein Bild darüber zu machen, wer übers Jahr fleißig oder auch faul war. Durch das Märchen der Gebrüder Grimm ist Frau Perchta auch unter dem Namen Frau Holle bekannt geworden.

In skandinavischen Ländern zeigen sich bis heute die keltischen Wurzeln in der Benennung dieses Festes – noch heute gilt der Name „Jul“ und an vielen Orten wird der Julbock aufgestellt. Ein ähnlicher Brauch wie das „wichteln“ findet man darin, dass die Geschenke oftmals beim "Julklappen" verteilt werden.

(Foto wurde augenommen am Kraftort “Wolfgangskapelle” am Falkenstein am Wolfgangssee)