Fauna der Alpen


In den unteren Lagen entspricht die Tierwelt der Alpen der des umgebenden Flachlandes. In den hochmontanen Nadelw√§ldern finden sich etliche Arten des borealen Nadelwaldes. Sie sind an feucht-k√ľhle Bedingungen gebunden, haben Europa nacheiszeitlich von Osten wiederbesiedelt und kommen heute in Mitteleuropa nur in den Hochlagen vor. Nur an wenigen in den pleistoz√§nen Eiszeiten unvergletschert gebliebenen, r√§umlich isolierten Refugien konnten auch einige pr√§glaziale Faunenelemente √ľberdauern, beispielsweise bestimmte Schnecken und K√§fer.

Viele charakteristische Alpentiere leben oberhalb der Baumgrenze, im Oreal. Bei einigen Arten ist dies allerdings auch als Ausweichen vor dem Menschen zu interpretieren. Viele sind verwandt mit Arten der Tundra, bzw. kommen auch dort vor. Ebenso bestehen enge Beziehungen zu anderen Hochgebirgen. Bei der Hochgebirgsfauna Europas handelt es sich oft um √úberbleibsel (Reliktpopulationen) von eiszeitlicher Tierwelt, die postglazial in den tiefer liegenden Landschaften wieder verschwunden ist ‚Äď man spricht von einer Arealdisjunktion. Nach ihrem Ursprung werden arkto-alpine Verbreitungstypen (Herkunft aus Tundren) und boreo-alpine Verbreitungstypen (Herkunft aus der Taiga) unterschieden.

Typische Arten der Säugetiere sind unter anderen Gämse, Alpensteinbock, Murmeltier und Schneemaus, unter den Vögeln sind Alpendohle, Kolkrabe, Ringdrossel, Schneefink, Steinadler, Tannenhäher und Alpenschneehuhn zu nennen.
In den slowenischen Alpen gibt es noch heute Braunb√§ren und einzelne konnten sich auch im Naturpark Adamello im Trentino, Italien halten. Seit den '90er Jahren gibt es durch Zuwanderung aus Slowenien und gezielte Auswilderungen auch wieder eine kleine Population dieser Raubtiere in den √∂sterreichischen Alpen. Die meisten davon leben im Gebiet des Naturparks √Ėtscher-Torm√§uer. Einige W√∂lfe konnten in den Meeralpen √ľberleben. Der Steinadler ist zwar in der n√∂rdlichen Hemisph√§re weit verbreitet, in Mitteleuropa ist er jedoch auf die Alpen und Karpaten beschr√§nkt.
Mehrere Gro√ütiere wurden vom Menschen ausgerottet, darunter Luchs, Bart- und G√§nsegeier, die sich durch Schutzma√ünahmen und Auswilderungsprojekte inzwischen wieder zu etablieren beginnen. Bei einigen Wirbeltieren ist ein saisonbezogener Dimorphismus zu beobachten: Ein dunkles Sommerhaar- bzw. -federkleid wird im Winter durch eine wei√üe Tarntracht ersetzt (vergleiche: Schneehase, Alpenschneehuhn). Unter den Amphibien hat der schwarz gef√§rbte Alpensalamander eine spezielle Anpassung an die alpinen Lebensr√§ume entwickelt. Als einziger mitteleurop√§ischer Lurch ist der Alpensalamander lebendgeb√§rend. Die Entwicklung der Larven im Uterus des Weibchens dauert je nach H√∂henstufe zwei bis drei Jahre. Damit ist die Art unabh√§ngig von Oberfl√§chengew√§ssern, in denen die Larven anderer Amphibienarten ihre Entwicklung vollenden. Der Alpensalamander kommt in H√∂hen von bis zu 2800 Metern (√Ėsterreich) vor.

Auch die Reptilienarten Waldeidechse und Kreuzotter ‚Äď beide sind in den Alpen montan bis alpin verbreitet ‚Äď haben sich mit der Umstellung von Eiablage auf das Lebendgeb√§ren an widrige √§u√üere Bedingungen, hier insbesondere niedrige Temperaturen, angepasst. In der Schweiz kann man mit der Aspisviper eine weitere ovovivipare Schlangenart bis in H√∂hen von 3000 Metern antreffen.

Unter den typischen Insekten der Alpen fallen beispielsweise ‚Äěpelzige‚Äú Vertreter der Hummeln auf (Alpenhummel, Bombus alpinus), w√§hrend unter den Schmetterlingen besonders dunkle Formen zu finden sind, beispielsweise der Eismohrenfalter (Erebia pluto). Allerdings kommen auch helle Arten wie der Alpenbl√§uling (Albulina orbitulus) und der Alpen-Apollofalter (Parnassius phoebus) noch in H√∂henlagen von 3000 Metern vor. Vermutlich aufgrund des zahlenm√§√üigen Zur√ľcktretens von Fluginsekten sowie wegen der Windexposition sind dagegen Radnetzspinnen in h√∂heren Regionen offenbar nicht vertreten.

Zu den wenigen Tieren der Nivalzone gehören der behaarte, schwarz gefärbte Gletscherfloh (Isotoma saltans), ein Ur-Insekt aus der Klasse der Springschwänze und der Gletscherflinkläufer (Trechus glacialis), eine Spezies der Laufkäfer.

 

Die Autoren dieses Artikels finden bei Wikipedia der freien Enzyklopädie